In Zusammenarbeit mit biopresent.de präsentiert Schimmelcam.de die Schimmelinfos.

Basics
1. Weder Pflanze noch Tier
2. Der ewige Kreis
3. Schimmelpilze beobachten und erkennen
4. Dem Verderben keine Chance
5. Gefahr aus dem Pilz
6. Biotechnologie - Jahrtausende alt
7. Mikroorganismen gegen Mikroorganismen
8. Der Pilz als Parasit
9. Literatur


3. Schimmelpilze beobachten und erkennen

Einige häufige Schimmelpilze

Welche Schimmelpilze auf einem Lebensmittel wachsen, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dies sind in erster Linie die Inhaltsstoffe des Lebensmittels, die Herstellungsfaktoren und die Außenfaktoren wie Lagerbedingungen, zu denen die Temperatur, die relative Luftfeuchte und die Gasatmosphäre des Lagerraumes gehören. Da sich Bakterien in der Regel schneller vermehren als Schimmelpilze, können sich letztere nur dann durchsetzen, wenn die Lebensbedingungen für sie besser geeignet sind. Schimmelpilze und Hefen tolerieren einen niedrigeren pH-Wert, mögen es also saurer. Ein Grund, weshalb Schimmel auf Zitrusfrüchten zu finden ist. Weil sie mit weniger verfügbarem Wasser wachsen können als Bakterien, findet man Schimmelpilze auch auf Marmeladen.

Aspergillus (Gießkannenschimmel)

Als Fäulniserreger verursachen sie Lagerschäden unter anderem bei Weintrauben und Pfirsichen (Schwarzfäule). Aspergillus verursacht Schimmel- und Toxinbildung auf Obst, Marmelade, Getreide, Nüssen und Brot. Beim Menschen können Aspergillus-Arten eine Infektion der Lunge, die Aspergillosis verursachen.

Botrytis cinerea (Graufäule)

Wichtigster Verderbniserreger bei der Kühllagerung von Kopfkohl, Blumenkohl, Paprika, grünen Bohnen und anderem Gemüse. Befällt auch Erdbeeren, Weintrauben, Kern- und Steinobst, oft schon zur Blütezeit. Hingegen geschätzt auf reifen Trauben zur Herstellung von Trockenbeerenauslesen.

Gloeosporium album (Braune Bitterfäule)

Rindenbesiedler, infiziert vor allem Kernobstfrüchte schon vor der Ernte und verursacht einen bitteren Geschmack des Fruchtfleisches. Häufig erst nach mehrmonatiger Lagerung erkennbar als runde, braune Faulstelle.

Mucor

Mucor-Arten werden zur biotechnologischen Herstellung von Labpräparaten für die Käseherstellung verwendet. Sie können beim Menschen Mykosen verursachen.

Monilia fructigena (Polsterschimmel)

Lagerkrankheit von Kernobst (Äpfeln und Birnen), bildet ringförmig angeordnete Sporenanhäufungen.

Neurospora

Arten dieser Gattung verursachen unter anderem Brotschimmel.

Penicillium (Pinselschimmel)

Verursacht vor allem bei Kernobst (Äpfel) Fäulnis. Befällt auch Marmeladen und Obstsäfte. P. expansum (Graufäule auf reifen Früchten) bildet das Mykotoxin Patulin. Auf Zitrusfrüchten wachsen P. digitatum und P. italicum, die Erreger der Grün- bzw. Blaufäule. P. -Arten werden zur Käseherstellung (Camembert, Roquefort) verwendet.

Pilobolus (Wurfgeschosswerfer)

Pilobolus lebt auf Kot. Wegen seiner Besonderheit bei der Sporenverbreitung soll er hier nicht unerwähnt bleiben: Bei der vegetativen Fortpflanzung schwillt die Traghyphe unterhalb des Sporangiums (Sporenträger) zu einer Blase an und erzeugt einen Überdruck, durch den das Sporangium während der Reife abreißt und bis zu zwei Meter hoch geschleudert wird. Der Sporangienträger wächst zudem genau dem Licht zu. Zu beobachten ist diese eindrucksvolle Leistung, wenn man Pferdeäpfel in eine transparente Kunststoffbox mit Deckel legt und an einer Seite eine Lichtquelle anbringt. Nach ein paar Tagen findet man an der Stelle des Lichteinfalls an der Innenseite der Box die abgeschleuderten schwarzen Sporangien.

Rhizopus nigricans (Rhizopus stolonifer, Gemeiner Brotschimmel)

Erreger der Weichfäule bei Erdbeeren, und Nassfäule bei Kernobst. Breitet sich rasch durch Ausläufer aus, mit denen er mehrere Zentimeter überbrücken kann. Er kann Mykosen beim Menschen verursachen.

© Philipp Rabus / biopresent.de

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