In Zusammenarbeit mit biopresent.de präsentiert Schimmelcam.de die Schimmelinfos.

Basics
1. Weder Pflanze noch Tier
2. Der ewige Kreis
3. Schimmelpilze beobachten und erkennen
4. Dem Verderben keine Chance
5. Gefahr aus dem Pilz
6. Biotechnologie - Jahrtausende alt
7. Mikroorganismen gegen Mikroorganismen
8. Der Pilz als Parasit
9. Literatur


7. Mikroorganismen gegen Mikroorganismen

Anwendungen von Pizen in der Medizin

Viele Schimmelpilze bilden Substanzen, die das Wachstum anderer Mikroorganismen hemmen, indem sie zum Beispiel spezifisch Zellwände von Bakterien zerstören. Diese Antibiotika wurden für die Medizin eine der segensreichsten Entdeckungen. Das erste Antibiotikum Penicillin wurde aus dem Schimmelpilz Penicillium notatum gewonnen. Viele der von Pilzen erzeugten Antibiotika werden zur Behandlung bakterieller Erkrankungen eingesetzt. Einige werden mittlerweile synthetisch hergestellt oder chemisch verändert, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen. Die Wirkung eines Antibiotikums auf einen bestimmten Bakterienstamm kann man demonstrieren, indem eine definierte Menge auf einen Bakterienrasen gegeben wird. Es bildet sich eine bakterienfreie Zone (Hemmhof), die je nach Wirksamkeit des Antibiotikums eine unterschiedliche Größe hat.

Kommen Bakterien in der Umwelt häufig mit gering konzentrierten Antibiotika in Kontakt, so können sie gegen diese Wirkstoffe unempfindlich (resistent) werden. Dann ist auch das ärztlich verordnete Antibiotikum oder eine ganze Gruppe chemisch verwandter Antibiotika gegen diese Bakterien unwirksam. Diese Resistenzbildung ist für die Medizin ein ernstes Problem, das sich in Zukunft noch verschärfen wird. Denn durch die breite Anwendung von Antibiotika gelangen diese verstärkt in die Umwelt und immer mehr Bakterien werden immer schneller resistent. Eine fataler Kreislauf, denn die Entwicklung eines neuen antibiotischen Medikaments dauert Jahre. Schon heute ist die Behandlung mancher Patienten nur noch mit einem einzigen Antibiotikum erfolgreich. Aus diesem Grund haben Antibiotika zum Beispiel im Tierfutter nichts zu suchen.

© Philipp Rabus / biopresent.de

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